Eigenschaften, Tipps & Tricks

 An dieser Stelle möchte ich Interessierte an der Etap 20 über unsere Erfahrungen mit dem kleinen Segelkreuzer teilhaben lassen und den ein oder anderen Tipp geben. Die Seite lebt von dengemachten Erfahrungen und wird fortwährend aktualisiert.

Nach den ersten paar Schlägen zu Ostern 2012 kann man folgende Punkte festhalten:

Situation:
Windstärke: 4 Bf
Welle: 40 cm

Segelgarnitur:
Kleine Fock
Groß mit 2 Reffs

Ergebniss:

  1. Auf der Kreuz: 5,3 Knoten
  2. Halbwind: 6,2 Knoten
  3. Vor dem Wind: 5,6 Knoten

Segelverhalten  (generell)

  • sie neigt bei dem derzeitigen Trimm stark zur Luvgierigkeit
  • dreht sehr schnell in der Wende
  • nach Wende rutscht sie stark nach Lee
  • Jollenartiges Segelverhalten
  • legt sich gern und schnell auf die Backe, bleibt dann aber stabil
  • ab 4 BF mit min. 1. Reff segeln

Jetzt haben wir 2  Wochen auf der Etap das Markermeer erkundet und können wieder einiges zum Thema Trimmen, Segeln usw. mit diesem Schiff berichten. Das möchten wir hier aufführen um damit anderen Etap 20-Seglern und Interessierten hoffentlich nützliches Tipps zu geben.

  • LUVgierigkeit: Es stimmt, die kleinste Etap ist in kräftigen Böen kaum zu halten und bricht nach Luv aus-Lee wäre schlimmer. Auf jeden Fall ab 4 1. Reff einbinden. Durch einen Traveller würde dieses Verhalten mit Sicherheit noch besser ausgeglichen werden, nimmt mir persönlich aber zu viel Lebensraum im Cockpit.
  • Ijsselmeerwelle: Wir hatten das “Vergnügen letzte Woche von Urk nach Lemmer segeln zu müssen -binnen war uns zu doof. Mit 2 Reffs im Groß und der kleine Fock sind wir bei Wind zwischen 5-7 Bf und entsprechend bekannter Ijsselmeerwelle erst mit halben und anschl. mit achterlichem Wind+Welle nach Lemmer gesegelt. Die Ente tauchte wider erwarten recht gut in die Welle ein.  Bei achterlichem “gefährlicheren” Kurs lies sie sich erstaunlich gut auf dem Ruder halten. Insgesamt ist sie mir nur einmal in einer heftigen Böe aus dem Ruder gelaufen und quer gekommen. Es schaukelte ein wenig, heranpreschende Wellen liefen aber einfach -durch den Jollenartigen runden Rumpf- drunter durch und anschl. lies sie sich sofort wieder einfangen und auf Kurs bringen.
  • Stark-Wind-Wende:   Mut haben, kurz abwarten bis eine kleinere Welle kommt, hart Ruder legen, Fock im richtigen Moment Backstehen lassen und rum. Fertig.
  • Spi: Wie bei jedem anderen Schiff zu handhaben, außer, dass man aufgrund der weit achtern stehenden Wanten den Spibaum nicht zu weit nach achtern und nach unten kommen lassen darf, dann zerlegt es einem den Spibaumendbeschlag. Tipp: Spibaum von unten anschlagen (Endbeschlagsöffnung nach oben)
  • Spischoten: Müssen mindestens die doppelte Schiffslänge aufweisen (12m/ Schot)
  • Nordseewelle: Eine von achtern kommende Welle mit achterlichem Wind (6 BF) lässt sich am besten mit der großen Genua abreiten.Die Fock bringt zu wenig Vortrieb.  Die andere Variante vor dem Wind mit weit ausgestellten Großbaum und 100% Großsegel lässt die Ente zu stark geigen, was höchste Konzentration erfordert. Ergo: Lieber gemütlich mit Genua

Weitere Tipps & Tricks:

  • Den Stauraum im Heck (Backkiste) zu voll beladen. Das führt unweigerlich zu einem Festsaugen des Hecks
  •  …

Negative Punkte der Etap 20:

  • Rumpf-Deck Verbindung neigt bei starkem seitlichen Eintauchen in die Welle dazu sich zu verbiegen, was zu Wassereinbruch führt. Das ist konstruktionsbedingt, da es innen keine Versteifungen wie z.B. eine Trennwand zum Vorschiff gibt.

Beim Gebrauchtbootkauf auf Folgendes achten:

  • Hubkielmechanismus
  • Risse am Hubkielboden innen -Verkleidung abnehmen
  • Mastfuss und Decksdurchlass dicht? Verkleidung innen über Hubkielkasten abnehmen. Sind nur 4 Schrauben.
  • Fenster dicht? Blende von innen abnehmen. Sind dahinter marode Stellen? Sind auch nur 4 Schrauben.
  • WICHTIG: Deck komplett ablaufen. Am besten wenn es trocken ist geht einer barfuss übers Deck und prüft ob der Boden nachgibt und einer horcht drinnen ob es knistert. Dann hat sich das Gfk gelöst. Noch nicht unbedingt schlimm, aber muss nicht sein.

Die Segelabenteuer einer Etap 20